Jagdbegriff:
Hochwild und Niederwild

Wild, welches in früheren Zeiten nur vom Hochadel gejagt werden durfte war:
Rotwild, Damwild, Sikawild, Schwarzwild, Muffelwild.
Wild, welches nur vom niedrigen Adel gejagt werden durfte war:
Feldhase, Kaninchen, Rehwild, Marder, Wiesel, Tauben, Graugänse und Fasanen.
Seit dieser Zeit werden diese Wildarten in Hoch- und Niederwild eingeteillt.

Rotwild

Der Hirsch, auch König des Waldes genannt, trägt als
Kopfschmuck und Waffe ein Geweih. Es ist eine irrige
Meinung, von der Zahl der Enden her, das Alter bestim-
men zu können. Im Regelfall trägt der einjährige Hirsch
zwei Spieße auf seinem Haupt. Bereits im zweiten
Lebensjahr kann der Hirsch sechs Enden und mehr ge-
schoben haben. Mit steigendem Lebensalter nimmt die
Zahl der Enden und die Stärke sowohl des Geweihes als
auch des Wildkörpers beachtlich zu. Um das 12. Lebens-
jahr ist der Hirsch auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung
angelangt. Geweih und Körperbau werden wieder schwächer
der Hirsch “setzt zurück”. Das Geweih wird jedes Jahr
zwischen Februar und April abgeworfen. Bis zum Hoch-
sommer wächst es neu nach und ist von einer pelzigen Haut,
dem “Bast” umgeben. Durch Schlagen und Reiben an grünem
Holz wird der Bast “gefegt”.

Damwild

Diese Wildart in der Größe zwischen dem heimischen Reh
und dem Rotwild galt seit der letzten Eiszeit in Mittel-
europa als ausgestorben. Aus Kleinasien wurde es wahr-
scheinlich von den Römern bei uns wieder eingebürgert.
Da es sich als Gatterwild ausgezeichnet halten lässt, an-
spruchslos und unempfindlich ist, wurde es lange Zeit nur
in großen Gehegen von Landesherren und sonstigen Groß-
grundbesitzern gehalten.
Im ersten Lebensjahr wird der Hirsch wegen seines spieß-
artigen Geweihs Spießer genannt. Im darauf folgenden Jahr
bildet er ein löffelartiges Geweih und heißt nun Löffler.
Danach schiebt er schaufelartige Stangen und jetzt nennt
man ihn Schaufler.
Das Geweih wird meist im April abgeworfen. Sofort be-
ginnt der Hirsch seinen neuen Kopfschmuck zu schieben.
Die Brunft ist etwa Ende Oktober bis November. Der Hirsch
schlägt sogenannte Brunftkuhlen. Er erwartet dort die
 Ankunft des weiblichen Damtieres. Die Setzzeit fällt in
die Zeit zwischen Mai bis Anfang Juli. Das Damwild kommt
in Farbvarianten von weiß bis schwarz vor. Jedoch wird die
sogenannte wildfarbene bevorzugt. Diese hat im Sommer hellrot-
braune Grundtöne mit weißen Flecken. Auf der Winterdecke
überwiegt ein heller bis dunkler Grauton.

Schwarzwild

Dieses wehrhafte Wild hat von seiner dunklen Farbe
seinen Namen erhalten. Für den Wald ist es eine
nützliche Wildart, weil es eine Vielzahl von Insekten,
vor allem deren Larven und Puppen verzehrt, aber auch
Mäuse, Früchte aller Art, Pilze und Aas werden von
dem Allesfresser nicht verschmäht.
Das männliche Tier wird in der Jägersprache Keiler, das
Muttertier Bache genannt. Die gestreiften Jungtiere sind
die Frischlinge und die heranwachsenden  heißen Überläufer.
Die Paarungszeit, auch Rauschzeit genannt, liegt in der
Regel im Dezember, worauf etwa im März je Muttertier
zwischen 4 und 7 Frischlinge geboren werden. Dem Schwarz-
wild besonders zu eigen ist das Suhlen in Schlammbädern,
das neben dem Erfrischungseffekt im Sommer auch zur
Befreiung von lästigem Ungeziefer dient.  

Pfau

Die Pfauen gehören mit ihrer imposanten Erscheinung, der großen,
kräftigen Figur, dem langen, aufrecht und gestreckt getragenen Hals,
der mittelhohen Stellung und der langen Schleppe (Oberschwanzdecken)
zu den prächtigsten Hühnervögeln.
Hauptkennzeichen, das nur der Hahn trägt, ist die Schleppe, die aus
sehr stark verlängerten, 100,150 cm langen Oberschwanzdeckfedern
besteht und zu einem fächerförmigen Rad aufgestellt werden kann. Der
Schwanz ist viel kürzer, nur etwa 40-45 cm, und besteht aus 20 stufig
angeordneten Steuerfedern. Beide Geschlechter tragen auf dem Kopf
eine Federkrone, die aufrecht steht. Der Hahn verfügt über kräftige
Sporen und besitzt im Verhältnis zum Körper einen kleinen Kopf. Un-
befiedert weiß sind ein von den Nasenlöchern bis zum Auge reichendes
Band sowie ein breiter, halbmondförmiger Fleck unter dem Auge.

Mufflon

Der Europäische Mufflon, jägersprachlich Muffelwild oder kurz Muffel genannt, ist die westlichste und kleinste Unterart des Mufflons. Verbreitet war er ursprünglich nur auf den Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien, ist inzwischen aber in zahlreichen Gegenden Europas eingeführt worden. Es gehört zur Gattung der Schafe udn erreichen eine Körperlänge bis 120 cm, eine Schulterhöhe von 90 cm und ein Gewicht von 25 bis 40 kg. Widder haben schneckenförmig eingedrehte Hörner mit einer Länge von bis zu 80 cm. Muffelwild hat einen ausgeprägten Gesichtssinn und kann im Vergleich zu Rehen, die sich vornehmlich auf den Geruchssinn verlassen, einen Menschen auf über 800 Meter erkennen.

Zwergziegen
 
Die Westafrikanische Zwergziege ist eine Rasse der Hausziege.

Sie stammt ursprünglich vermutlich aus Asien, von wo sie nach Afrika gelangte. Im Nahen Osten wurde sie im 7. Jahrtausend vor Christus wegen ihres Fleisches und der Haut – Zwergziegen geben nur sehr wenig Milch – erstmals domestiziert. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden erste Exemplare nach Europa eingeführt. Zwergziegen werden ca. vierzig bis fünfzig Zentimeter groß. Eine ausgewachsene Ziege wiegt etwa zwanzig bis dreißig Kilogramm. Es gibt sie in den Farbschlägen braun, grau, weiß und schwarz, die meisten Tiere haben allerdings ein geschecktes Fell.

 

zurück